Angst vor Arbeitsplatzverlust

Arbeit spielt eine wichtige Rolle im Leben. Sie ist eine Einkommensquelle, trägt aber auch zur persönlichen Entwicklung bei. Der Verlust des Arbeitsplatzes, Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitsbedingungen wirken sich auf die wirtschaftliche Situation eines Haushalts aus, können aber auch als Identitätsverlust oder Misserfolg erlebt werden und Ursache für soziale Isolation sein. 
Durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Beschäftigung haben viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren oder sind vom Verlust ihres Arbeitsplatzes bedroht. In diesen schwierigen Zeiten des Lebens ist es wichtig, sich weiterhin um sich selbst zu kümmern und sich zu trauen, um Hilfe zu bitten. 

Die psychischen Gesundheitsrisiken des Arbeitsplatzverlustes

Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil des psychischen Wohlbefindens oder seiner Verschlechterung. Eine berufliche Tätigkeit ist eine Quelle des Einkommens und der Sicherheit, aber in vielen Situationen trägt sie auch zur persönlichen Entwicklung und Erfüllung bei. Arbeit verschafft sozialen Status, Identität und Erfolgserlebnisse. Aus diesem Grund kann es sehr schwer sein, die Ankündigung einer Entlassung und den Eintritt in die Arbeitslosigkeit mitzuerleben:

  • finanzielle Ängste
  • Ängste in Bezug auf die Unsicherheit, schnell wieder einen Arbeitsplatz zu finden
  • Vertrauensverlust und Abnahme des Selbstwertgefühls 

Vielleicht sind Sie selbst oder jemand, der Ihnen nahesteht, von der Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, betroffen? Jede/r erlebt dies auf die eigene Art und Weise. Aber es ist wichtig, darauf zu achten, was man fühlt, und sich zu trauen, mit seinem Umfeld darüber zu sprechen. Mit jemandem, dem Sie vertrauen, und/oder mit einer Fachperson, wie z. B. Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt. 

Kümmern Sie sich weiter um sich selbst

Während der Arbeitslosigkeit besteht das Risiko, sich zu isolieren und gewohnte Freizeitaktivitäten aufzugeben. Allerdings ist es in dieser Zeit besonders wichtig, so weit wie möglich weiterhin :

  • für sich selbst zu sorgen (körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung usw.)
  • Freizeitaktivitäten nachzugehen (Sport, ehrenamtliche Tätigkeiten usw.)
  • mit Freundinnen und Freunden und der Familie in Kontakt zu bleiben.

Die Zeit der Arbeitslosigkeit kann auch eine Gelegenheit sein, sich neues Wissen anzueignen, zum Beispiel durch Weiterbildung. Manche Weiterbildungen werden von der Arbeitslosenversicherung finanziert. Ihre Ansprechperson beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) kann Ihnen Informationen geben. Wenn es nicht möglich ist, die Kosten eines Kurses durch die Arbeitslosenversicherung zu decken und Ihre finanzielle Situation es Ihnen nicht erlaubt, die Kosten zu stemmen, können Sie möglicherweise Hilfe bei einem privaten Sozialdienst wie Caritas suchen.

Sich trauen, um Hilfe zu bitten

Manchmal können Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit zu Ängsten oder Depressionen führen. Unabhängig davon, ob diese Symptome vorübergehend oder langanhaltend sind, ist es wichtig, sie ernst zu nehmen und darüber zu sprechen, zum Beispiel mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt. Sie können auch mit Ihrer Ansprechperson im RAV oder mit der Sozialarbeiterin/dem Sozialarbeiter eines Sozialdienstes sprechen, mit der/dem Sie in Kontakt stehen. Sie sind zwar keine Fachpersonen auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit, können sich aber Ihren Sorgen annehmen und Sie gegebenenfalls an eine Fachärztin/einen Facharzt überweisen (z. B. Psychiater/in, Psychologin-Psychotherapeutin/Psychologe-Psychotherapeut). 

Ihre Gesundheit hat oberste Priorität! Verzichten Sie nie auf eine Behandlung, weil Sie Angst haben, sie nicht bezahlen zu können. Wenn sie nicht von Ihrer Krankenversicherung abgedeckt ist, können private Sozialdienste (Caritas) Ihnen helfen, Lösungen zu finden.
Zudem bieten Verbände für psychische Gesundheit in den meisten Kantonen der Romandie psychosoziale, administrative und rechtliche Beratung an.

Unter der Nummer 143 ist die Dargebotene Hand rund um die Uhr für Sie da. Auch gibt es in allen Kantonen Notfallstellen im Bereich der psychischen Gesundheit, die an 365 Tagen während 24 Stunden erreichbar sind (die Nummer für Ihren Kanton finden Sie hier).
 

NÜTZLICHE ADRESSEN

Die regionalen Arbeitsvermittlungszentren in Ihrem Kanton :

Freiburg
Wallis

Private Sozialdienste wie Caritas in Ihrem Kanton :

Caritas Freiburg
Caritas Wallis

Psychosozialer und rechtliche Beratung der Stiftung Pro Mente Sana 

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