Soziale Beziehungen

Wir alle brauchen Gesellschaft, sie ist unverzichtbar und hält uns gesund. Im Laufe der Jahre verlieren wir vielleicht ehemalige Kolleginnen und Kollegen aus den Augen oder gehen aus verschiedenen Gründen weniger aus. Für diejenigen, die sich nicht aus freien Stücken dazu entscheiden, kann das Alleinsein schmerzhaft sein und die psychische Gesundheit beeinflussen. Es ist wichtig, Kontakte aufrechtzuerhalten, besonders in Zeiten der Kontaktbeschränkungen.
 

Kontaktverlust und Social Distancing

Mit zunehmendem Alter können mehrere Faktoren das Risiko der Isolierung erhöhen, zum Beispiel:

  • Geldprobleme,
  • eingeschränkte Mobilität,
  • weniger verfügbarer oder kleiner gewordener Freundeskreis.

In den letzten Monaten mussten Sie sich an die Lockdown-Massnahmen halten. Sie haben Ihre täglichen Aktivitäten auf Eis gelegt, es vermieden, Familie oder Freundinnen und Freunde zu sehen... Einerseits hilft die physische Distanz, sich selbst zu schützen und die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren, andererseits steht sie dem Bedürfnis nach Bindung und körperlicher Nähe zu anderen im Weg. Möglicherweise verspüren Sie Angst, Schmerz und Einsamkeit. Sich allein zu fühlen, kann die psychische Gesundheit beeinträchtigen und zu Verlust- und Trauergefühlen führen. Um wieder ein gewisses Wohlbefinden zu erlangen, ist es wichtig, Hilfe zu suchen; so kann die Einsamkeit durchbrochen werden.

Ideen zur Kontaktpflege

Es ist nie zu spät, alte Freundinnen und Freunde wieder zu treffen oder neue Beziehungen aufzubauen. Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten, können Ihnen helfen, sich verbunden und weniger allein zu fühlen. Sie können zum Beispiel versuchen, neue Leute kennenzulernen, indem Sie einen Gruppenkurs besuchen. Telefonketten oder die Aktivitäten von Pro Senectute können eine weitere Möglichkeit sein, mit Menschen in Kontakt zu treten, die Ihre Interessen teilen. Auch die Gemeinden bieten oft Aktivitäten für ältere Menschen an (Kaffeetreffs, gemeinsame Mahlzeiten, Tanztees usw.), die eine gute Möglichkeit sind, Menschen zu treffen. Sie können Ihre wertvollen Fähigkeiten auch nutzen, um einen Beitrag an die Gesellschaft zu leisten, beispielsweise durch Freiwilligentätigkeit in verschiedenen Bereichen:

  • sich für den Umweltschutz einsetzen, 
  • an Programmen zur Unterstützung von Jugendlichen in Schwierigkeiten teilnehmen, 
  • sich um die Familie kümmern.

Es ist auch möglich, sich bei den Gemeinden zu erkundigen, wie man sich an der Umsetzung von Seniorenprojekten beteiligen kann. Wenn Sie allein leben und nicht wissen, wo Sie neue Kontakte knüpfen können, können Sie sich an den Besuchs- und Begleitdienst des Roten Kreuzes wenden. 

Manchmal kann sich die Einsamkeit in eine Spirale verwandeln, der man nur schwer mit eigener Kraft entkommen kann. Deshalb ist es wichtig, mit jemandem zu sprechen, dem man vertraut, ihr oder ihm zu sagen, wie man sich fühlt. Familienmitglieder oder Bekannte können helfen, Lösungen zu finden. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie damit umgehen sollen, zögern Sie nicht, Ihre Schwierigkeiten einer Fachperson anzuvertrauen (Hausärztin/Hausarzt, Sozialarbeiter/in, Psychologin/Psychologe, Psychiater/in).

Neue Wege zur Verbindung

Für einige war die Gesundheitskrise auch eine Gelegenheit, neue Wege zu entdecken, um mit Angehörigen in Kontakt zu treten oder Beziehungen in der Nachbarschaft aufzubauen: Gespräche von einem Garten oder Balkon zum anderen führen, Nachbarschaftshilfe leisten, den Einsatz neuer Technologien erlernen. Das neue Wissen und die neuen Möglichkeiten des Zusammenseins können eine wertvolle Ressource sein, auch nach dem Lockdown. Wenn die Nachbarin oder der Nachbar Ihnen beim Einkaufen geholfen hat, könnten Sie versuchen, sie oder ihn etwas besser kennenzulernen. Wenn Sie gelernt haben, neue Technologien zu nutzen, bleiben Sie dran – es ist eine grossartige Möglichkeit, mit Ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben. 
Trotz Social Distancing ist es sehr wichtig, in dieser besonderen Zeit soziale Kontakte zu pflegen. 

AUCH LESEN :

Top