Stigmatisierung

Angst im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus kann zu ungerechten Verhaltensweisen gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen führen. Dies wird als Stigmatisierung bezeichnet.

  • Menschen zu beschuldigen, ist schmerzhaft und gefährlich. Angst rechtfertigt keine Diskriminierung.
  • Stigmatisierung lässt sich durch das Heranziehen verlässlicher Quellen und die Unterstützung der Betroffenen ein Ende setzen.

Das Coronavirus ist eine Erkrankung mit vielen Unbekannten und Unsicherheiten, was Ängste auslösen kann. Diese (verständlichen) Gefühle verstärken leider auch die negativen Urteile gegenüber anderen. Im Gesundheitsbereich ist die Stigmatisierung die negative Verbindung zwischen einer Gruppe von Menschen, die bestimmte Merkmale gemeinsam haben, und einer Krankheit. Die aktuelle Pandemie hat zu einer erhöhten Stigmatisierung der Infizierten, der Menschen aus Ländern mit Infektionsherden oder zahlreichen Infektionsfällen, derjenigen, die an der Front arbeiten (Pfleger/innen, Kassierer/innen, Ordnungskräfte, Sozialarbeitende usw.), oder noch der über 65 Jährigen geführt.

Stigmatisierte Personen können diskriminierenden Handlungen ausgesetzt sein, darunter verbale oder körperliche Gewalt, Ausgrenzung in sozialen Situationen oder schlechte Behandlung in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildung, Beschäftigung oder Wohnen. Stigmatisierung schwächt die sozialen Bindungen zwischen den Menschen und wirkt sich negativ auf das Wohlergehen und die Moral der Betroffenen aus. Sie kann auch dazu führen, dass diese sich isolieren, um eine Diskriminierung zu vermeiden.

Bestimmte Gruppen für die Pandemie und für die von den Behörden ergriffenen Massnahmen verantwortlich zu machen, trägt in keiner Weise dazu bei, die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die getroffenen Massnahmen dazu dienen, die Gesundheit und Sicherheit aller zu gewährleisten, denn jeder, der mit dem Virus in Berührung kommt, ist potenziell gefährdet, unabhängig von seinen Eigenschaften. Der Stigmatisierung kann entgegengewirkt werden, indem schädliche Vorurteile aus dem Weg geräumt, Informationen aus zuverlässigen Quellen eingeholt und auf die Wahl der Worte geachtet wird, mit denen das Virus beschrieben wird (indem beispielsweise ethnische Gruppen nicht mit der Krankheit in Verbindung gebracht werden oder auf die Begriffe geachtet wird, mit denen so genannte Risikogruppen angesprochen werden). Ebenso wichtig ist es, Menschen, die sich möglicherweise stigmatisiert fühlen, zu unterstützen und ihnen mitzuteilen, dass sie nichts damit zu tun haben. 
 

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