Berufsleben

Ein grosser Teil unseres Lebens dreht sich um die Arbeit. Sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Identität. Der Abbruch einer Ausbildung, der Eintritt in das Erwerbsleben, der Verlust einer Arbeitsstelle, eine Beförderung oder die bevorstehende Pensionierung können schwierige Übergänge in unserem Leben sein. Auch Veränderungen im Arbeitsumfeld sind manchmal schwer zu verarbeiten.

In solchen Übergangsphasen müssen wir uns anpassen. Sie bringen unser Leben aus dem Gleichgewicht und können die psychische Gesundheit beeinträchtigen.

Berufsleben

Die Arbeit spielt für unser psychisches Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Eine Berufstätigkeit ist eine Einnahmequelle, kann aber auch zur Persönlichkeitsentfaltung beitragen. Sie verschafft uns einen sozialen Status, verleiht uns eine Identität und gibt uns – im besten Fall - ein Gefühl von Erfüllung. Gleichzeitig kann sie Quelle verschiedener Belastungen darstellen.

Auch das Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben ist wichtig. Zu viel Arbeit und zu wenig Erholung können psychischen Druck verursachen, was sich in Stress, Nervosität und/oder körperlichen Beschwerden wie Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen niederschlagen kann.

Hält diese Situation über längere Zeit an, können sich die gesundheitlichen Probleme verschlimmern: Schlafstörungen, Erschöpfung, bis hin zu einer Depression oder einem Burn-out.

Es ist wichtig, dass man solche Alarmzeichen wahrnimmt und beispielsweise mit seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt darüber spricht.

Arbeitsumfeld

Unsere Zufriedenheit bei der Arbeit hat einen Einfluss auf unser allgemeines Wohlbefinden. Schlechte Arbeitsbedingungen und Spannungen können die Gesundheit beeinträchtigen. Wer mit seinen Arbeitsbedingungen nicht zufrieden ist oder den gesellschaftlichen Nutzen seiner Arbeit nicht sieht, kann sich demotiviert, gestresst oder nervös fühlen sowie Schlafstörungen und/oder körperliche Beschwerden entwickeln.

Halten diese Umstände an, können sie sich in psychischen Störungen niederschlagen. Die Folgen daraus können ein geringeres Selbstwertgefühl, Erschöpfung, Angstzustände oder Depressionen sein.

In solchen Situationen ist es wichtig, mit jemandem darüber zu sprechen, zum Beispiel mit der Vertrauensärztin/dem Vertrauensarzt oder der Sozialberatung des Betriebs oder mit der Hausärztin/dem Hausarzt.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeit ist häufig die zentrale Verbindung einer Einzelperson zur Gesellschaft. Der Abbruch einer Ausbildung oder der Verlust einer Arbeitsstelle kann als Identitätsverlust und persönliches Versagen wahrgenommen werden und zur gesellschaftlichen Isolation führen. Darum sind Jugendliche, die ihr Studium oder ihre Lehre abbrechen, und Arbeitslose öfter von psychischen Störungen betroffen als Berufstätige. Sie können an Depressionen oder Angststörungen leiden. Ob diese Symptome nur vorübergehend sind oder ob sie andauern – es ist wichtig, sie ernst zu nehmen und darüber zu sprechen.

Es kann vorkommen, dass man aufgrund einer Krankheit oder Behinderung oder einer erfolglosen Stellensuche lange Zeit ohne Beschäftigung bleibt. Über Arbeitslose kursieren viele Vorurteile (keine Lust zu arbeiten, nicht motiviert sein usw.), was ihre Schuld- und Schamgefühle nur noch verstärkt. Der Verlust einer Stelle kann uns aber alle treffen! Wir können unserer Gesellschaft jedoch auch auf andere Weise nützen, beispielsweise durch Freiwilligenarbeit in einem Verein.

Pensionierung

Mit der Pensionierung verändert sich unser sozialer Status. Der Übertritt vom aktiven Erwerbsleben in den Ruhestand bringt Veränderungen auf Ebene der Alltagsgewohnheiten mit sich. Man hat nun viel Zeit zur Verfügung, die es anders auszufüllen gilt. Morgens nicht mehr aufstehen zu müssen und seine beruflichen Kontakte nicht mehr zu unterhalten, sind Veränderungen, die einen traurig stimmen können. Zudem kann das Gefühl aufkommen, nicht mehr gebraucht zu werden.

Es ist wichtig, dass man sich die Zeit nimmt, sich auf diesen neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Ein Kurs zur Vorbereitung auf den Ruhestand kann dabei hilfreich sein. Solche Kurse werden von den Betrieben selbst oder auch von Vereinen angeboten.

Auch kann es vorkommen, dass diese Zeit besonders schwer zu ertragen ist und dass man mit Angststörungen und Depressionen zu kämpfen hat. Aufgrund der Isolation, die diese neue Situation mit sich bringen kann, ist es wichtig, sein Unglücklichsein in Worte zu fassen. Vor allem sollte man in dieser Zeit nicht allein sein. Sprechen Sie darüber – zum Beispiel mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.

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