Sexualität

Sexualität ist Bestandteil des menschlichen Lebens. Sie trägt zum psychischen Wohlbefinden bei. Ebenso können psychische Probleme das Verlangen und das Sexualleben beeinträchtigen. Manche Personen verzichten auf Sexualität und entfalten sich in anderen Lebensbereichen. Andere leiden, weil sie Probleme mit ihrem Sexualleben haben, keine intimen Beziehungen unterhalten oder wegen ihrer sexuellen Orientierung auf Ablehnung stossen. Seine Sexualität auszuleben ist nicht immer einfach – doch man sollte sich trauen, darüber zu sprechen. 

Sexualleben

Sexualität ist Bestandteil des menschlichen Wesens und deckt das Bedürfnis nach Intimität, Liebe, Zärtlichkeit, Wärme und Nähe. Sie vereint Körper, Geist und Seele. Zudem schafft sie gesellschaftliche Beziehungen. Eine erfüllte Sexualität ist gut für die Gesundheit.

Das Verlangen, die Bedürfnisse, Emotionen und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Gefühlsleben und der Sexualität sind vielfältig und komplex. Man kann seine Sexualität auf viele verschiedene Arten ausleben. 

Sexualität ist anspruchsvoll und zerbrechlich zugleich. Sie verlangt Einvernehmen und die Bemühung, sein Gegenüber zu verstehen. Stimmen die Bedürfnisse und Vorzüge der Beteiligten nicht überein, kann Sexualität viel Leid verursachen.

Es ist wichtig, sich zu informieren und über dieses Thema, das alle Menschen schon vom jüngsten Alter an betrifft, auf dem Laufenden zu bleiben. Vereine wie Sexuelle Gesundheit Schweiz (www.sexuelle-gesundheit.ch) bieten zahlreiche Informationen an und können Sie bei Bedarf beraten.

Sexualität und psychische Gesundheit

Eine erfüllte Sexualität trägt zum psychischen Wohlbefinden bei. Ein nicht befriedigendes oder schwieriges Sexualleben hingegen kann die Ursache psychischer Probleme oder von Niedergeschlagenheit sein. Beziehungsprobleme, sexuelle Störungen (körperliche oder emotionale) oder Unfruchtbarkeit können die psychische Gesundheit aus dem Gleichgewicht bringen.

Der gesellschaftliche Druck auf die sexuelle Aktivität, auf die Geschlechterrollen, auf das Körperbild oder auch auf die sexuelle Orientierung kann manchmal zu Problemen führen – vor allem bei den Jugendlichen. Frauen können mit besonderen Belastungen zu tun haben, beispielsweise mit einer Schwangerschaft oder einem Schwangerschaftsabbruch, was ihr psychisches Wohlbefinden ebenfalls beeinflussen kann.

Es ist wichtig, diesen Fragen rund um die Sexualität aufmerksam zu begegnen und nicht zu zögern, sich an ein Zentrum für sexuelle Gesundheit zu wenden. Die entsprechenden Adressen finden Sie hier. Sie können sich auch an eine Fachperson für Sexologie oder Sexualtherapie Ihrer Region wenden. 

Psychische Störungen und Sexualität

Die Sexualität wird von einer Vielzahl von Elementen beeinflusst. Eine angeschlagene psychische Gesundheit, Müdigkeit, Stress oder psychische Probleme können die Lust und das Sexualleben negativ beeinträchtigen.

Zwischenmenschliche Beziehungen und Emotionen sind in schweren Zeiten meist schwieriger auszuleben. Ein erfülltes Beziehungs- und Sexualleben mit seinen eigenen Verwundbarkeiten unter einen Hut zu bringen, kann im Alltag eine wahre Herausforderung sein. 

Medikamente zur Behandlung gewisser psychischer Störungen können Nebenwirkungen wie verringerte Libido,  Erregungs- und Orgasmusschwierigkeiten bei beiden Geschlechtern haben und die Sexualität beeinträchtigen. Bei solchen Problemen kann die medikamentöse Therapie angepasst werden. Es ist wichtig sich zu trauen, mit einer medizinischen Fachperson oder einer Fachperson eines Zentrums für sexuelle Gesundheit darüber zu sprechen, um eine zufriedenstellende Lösung zu finden.

Fehlendes Sexualleben

Manchmal kann es die freie Entscheidung eines Menschen sein, auf ein aktives Sexualleben zu verzichten. Es gibt andere Formen der Selbstverwirklichung, die ein erfülltes Leben ermöglichen. Geistige oder emotionale Befriedigung und persönliche Entfaltung können auch über kreative, kulturelle oder soziale Aktivitäten erlangt werden. Sich weiterbilden und etwas Neues lernen trägt zur Entwicklung der eigenen Kompetenzen bei und regt den Geist an. Freundschaftliche Beziehungen ermöglichen ein emotionales Leben ausserhalb einer traditionellen Paarbeziehung. Ebenso gibt es Paare, die keine sexuelle Beziehung haben.

Es kann vorkommen, dass eine Krankheit, eine Behinderung, eine schlechte Erfahrung oder Probleme bei der Partnersuche jemandem ein erfülltes Sexualleben erschweren. Solche Situationen können für Betroffene belastend sein. Man sollte sich trauen, mit einer medizinischen Fachperson oder einer Fachperson eines Zentrums für sexuelle Gesundheit zu sprechen (Adressen finden Sie hier)

Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität

Unsere Gesellschaft tut sich schwer damit, «Anderssein» zu akzeptieren und tendiert dazu, Menschen, die als «anders» gelten, auszugrenzen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht einfach, schwul, lesbisch oder bisexuell zu sein und ein erfülltes Sexualleben zu haben. Ebenso kann es schwierig sein, sich im falschen Körper zu fühlen. Sich wegen seiner sexuellen Orientierung und/oder seiner Geschlechtsidentität anders zu fühlen, kann dazu führen, dass die betroffene Person auf Ablehnung oder Unverständnis seitens ihrer Familie, ihres Umfelds oder auch der Gesellschaft stösst. Sie kann verbale oder sogar tätliche Angriffe erfahren.

Solche negativen Erlebnisse können traumatisierend sein. Sie verursachen psychisches Leid, rufen Angststörungen oder Soziophobien (die Angst vor anderen Menschen) hervor und führen zur Isolation. Sie können zu Depressionen oder sogar zu Selbstmordgedanken und -versuchen führen.

Es ist wichtig, mit seinem Leid nicht allein zu bleiben und mit einer Vertrauensperson oder einer Fachperson darüber zu sprechen. LGBT-Vereine (LGBT = Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) können Sie beraten und Ihnen helfen. In Selbsthilfegruppen, bei denen Personen mit ähnlichen oder gleichen Lebenserfahrungen zusammenkommen, kann man seine Erfahrungen austauschen, sich verstanden und weniger allein fühlen. Adressen aus Ihrer Region finden Sie hier.

Quellen:

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